Im Leben jedes Menschen, kommt eine Phase, wo man es überdenkt. Wo man sich Zeit nimmt. Wo man den Stress des Alltages entgegen wirken möchte.

Da helfen mir Bücher sehr. Kleine, feine Geschichten und Erzählungen zum Nachdenken. Hier stelle ich Euch vom Herzen Einige vor. Vielleicht bereichern sie ja auch Euer Leben. So wie meins.


Tulpologie
von Magret Kindermann

Inhalt:

Marlene Hundsnurscher ist 70 und führt ein ruhiges, beschauliches Leben an der Seite ihres Mannes. Sie hat ein paar Freundinnen, mit denen sie sich auf ein Plausch trifft und kauft jede Woche Blumen im Laden des Herrn Huang.

Ihre Welt gerät ins Wanken als sie behauptet ihr Mann wäre verstorben. Dabei ist er nur 6 Wochen auf Geschäftsreise.

Marlene verzettelt sich immer mehr und lebt bald das Leben einer vermeintlichen Witwe.

Persönliche Meinung:

Über eine Empfehlung bei Twitter habe ich von dem Buch erfahren und bin so aus meiner Komfortzone rausgekommen. Ich bin ja eher im SF Bereich unterwegs.

Was mir nicht gut gefallen hat: Die Vergangenheit des Herrn Huang. Ich will nicht so viel spoilern, aber das ging mir einfach zu weit. Die Art, wie er Suizid begehen will.... ging für mich gar nicht (Dafür gibt es schon ein Sternen Abzug).

Ich hätte mir noch mehr Innenleben der Protagonistin gewünscht. Da war das Buch einfach zu kurz. Ich wäre noch gerne weiter an Marlenes Seite mit gewandert. So ganz ist mir das "Warum" der Lüge nicht klar geworden.

Auch das Treffen mit den jungen Basketball Spielern war schön in Szene gesetzt. Da trifft Jung auf Alt und man merkt es nicht. Im Gespräch ergänzen sich beide. Und zwischen den Zeilen merkt man, dass beide davon profitieren.

Was die Autorin super hinbekommen hat ist, dass ich mein Leben hinterfragt habe. Meine Ehe, mein Tun und Handeln. Deshalb habe ich es auch unter diese Rubrik gestellt, weil es genau dazu anregt.

Das Ende des Buches war ein Kunstgriff sonders gleichen. Hut ab. Ziemlich am Anfang bekommen wir ja eine Autofahrt mit Marlene und ihrem Mann aus ihrer Sicht mit. Am Ende aus der Sicht ihres Mannes. Und da merkt man erst, dass man eventuell - egal wie sehr man den Partner oder die Partnerin liebt - manchmal doch aneinander vorbei lebt.

3+  von 5 Sternen.


(c) Magret Kindermann

„Das Café am Rande der Welt“
Von John Strelecky

Inhalt:

John befindet sich auf dem Weg in den Urlaub. Er will mal abschalten und den stressigen Alltag hinter sich lassen. Prompt gerät er in einen Stau. Um ihn zu umgehen nimmt er einen Schleichweg und verfährt sich. Da sieht er ein Café.

Am Ende der Speisekarte stehen drei Fragen:

Warum bist Du hier?
Hast Du Angst vor dem Tod?
Führst Du ein erfülltes Leben?

Zusammen mit der Bedienung Casey, dem Koch Mike und anderen Gästen stellt sich John diesen Fragen und findet am Ende sein ZDE (Zweck der Existenz).

Persönliche Meinung:

Die Geschichte erzählt eigentlich nur eine Nacht im Café der Fragen. Das ist aber auch gut so, denn so kann sich der Leser voll auf die Fragen und die Findung seines ZDE konzentrieren. Es hat Potenzial und ich denke mal, dass im zweiten Teil noch intensiver auf die Fragen eingegangen wird.

Es erreicht leider nicht die Tiefe von „Die Möwe Jonathan“ oder dem „Träumenden Delphin“, regt aber trotzdem zum Nachdenken an.

Es liegt aber immer auch – wie alles – am Leser. Mit welcher Art Lebenshilfe kommt er besser zurecht.

3 von 5 Sterne

Das Café am Rande der Welt
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